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25 Jahre Rocktreff Eine Erfolgsgeschichte... Artikel 1 / Artikel 2 / Artikel 3

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U.S.A. Begegnungsreise 2009

Pressemitteilung zu unserer USA Jugendbegegnungsreise 2009

Wir freuen uns, das alle unsere Teilnehmer inklusive unserer Projektleiter Carola und Reiner wohlbehalten am 19.April, diesmal pünktlich, in Berlin gelandet sind.

Herzlich Willkommen zurück!

Die letzten Bilder aus San Francisco: nachdem die Weltberühmte Golden Gate Bridge zu Fuß bezwungen werden mußte, ging es mit einem Van weiter in die Muir Woods, ein Park mit Bäumen die mehr als 79m Höhe und ein Alter von bis zu 1100 Jahren erreichen. Zum Schluß gab es noch einen Stop in Sausalito, einem Fischerdorf an der Bay, welches sich einst die Hippies zu eigen machten.

Das Gruppenbild wurde auf dem Telegraph Hill am Coit Tower aufgenommen. Links ist Alcatraz zu sehen. Auf dem Foto mit dem Cable Car ist ebenfalls Alcatraz zu sehen. Leider war die Sonne sehr gleissend, so dass die Hintergründe sehr hell sind. Die Alcatraz-Tour war sehr eindrucksvoll. Auf der Rückfahrt ist die mächtige Skyline von San Francisco zu bestaunen.

Auch auf Weltreisen kann es zu kleinen Pannen kommen... nach ungeplanten Zwischenstopps in Las Vegas und in Los Angeles ist unsere Gruppe wohlbehalten am Dienstagabend in San Francisco gelandet. Bei Sonnenschein und angenehmen 16° Celsius werden unsere Teilnehmer interessante Tage in der schönen Stadt an der Westküste der USA verbringen, bevor sie dann am Sonntag um 12.50 Uhr (Flug LH 178) in Berlin-Tegel wieder ankommen werden.

Die Gruppe beim Besuch des Denver International Airport.

Am Dienstagnachmittag war unsere Gruppe im National Center for Atmoshperic Research in Boulder: Gruppenbild (ohne Benjamin, der an diesem Tag den ganzen Tag in der Highschool verbracht hat) und dazugehörige Aussenansicht. Wie man sehen kann, bei strahlend blauem Himmel. Und gelernt haben Sie auch noch was.

Mittwoch stand der Besuch der Phoenix Goldmine an, sie gehört Al, dessen Großvater aus Deutschland ausgewandert war und sich einen Claim absteckte. Hier erfuhr die Gruppe einiges über den Wilden Westen und das Goldfieber um 1800. Veranschaulicht wurden die Erzählungen von Al, der sich viel Zeit für die deutschen Jugendlichen nahm, bei einem Besuch der historischen Wildwest Stadt Georgetown, nicht unweit der Mine.

Unsere Teilnehmer und die Gastfamilien bei der Welcomeparty im Ken-Caryl-Ranch-House

Die Gruppe 2009 noch am Flughafen Berlin-Tegel.

Unsere Jugendgruppe 2009 ist wohlbehalten in Denver nach fünfstündiger Verspätung angekommen und wird am Samstag nach dem traditionellen Welcome-Brunch auf der Ken-Caryl Ranch das erste Wochenende bei den Gastfamilien verbringen

Pressemitteilung

 

25. Rocktreff erfolgreich mit großem Feuerwerk über die Bühne gebracht

Infos und Bilder unter www.rocktreff.de

 

U.S.A. Begegnungsreise 2007

30.März bis 15.April 2007

New York und Denver

Ein kleiner Besuch in einem großen Land

If you haven't seen it, you wouldn't believe it

Als CPYE vor 15 Jahren die Jugendbegegnungsreisen übernahm, gehörte Ken Carly, ein Vorort von Colorados Hauptstadt Denver, zum ersten eigenen Projekt. Bei einer USA-Reise hatte man Zach Brooks, einen jungen Studenten kennen gelernt, der die Berliner zu sich nach Colorado einlud. Fünfzehn Jahre ist das her und 2007 fand nunmehr der sechzehnte Besuch am Fuße der Rocky Mountains statt. Inzwischen haben die Eltern von Zach, Steve und Nancy die Organisation in Ken Caryl übernommen.

Vierzehn Berliner und viele viele nette Familien aus Ken Caryl stellten sich bei der Welcome-Party Ende März zum Gruppenbild auf. Chefgastmutter Nancy Brooks erhielt in diesem Jahr ein äußerst trendiges Gastgeschenk. Na, was wohl? Natürlich: einen Plüsch-Knut!

Sinn der Reise über den Großen Teich ist es natürlich, dass die Jugendlichen aus Berlin den American Way of Life hautnah kennen lernen. Und wo geht das besser, als in Gastfamilien, die ihr Haus, ihr Herz und ihren Kühlschrank für die Besucher aus Berlin öffnen. Der Bildungsanteil darf bei so einer Reise nicht zu kurz kommen, so stehen zahlreiche Besuche und Gespräche auf dem Programm. Seit Jahren nimmt sich der im Ruhestand befindliche Ed Zeit für seine Freunde aus Berlin, um ihnen das Capitol zu zeigen. Denver ist schließlich Hauptstadt von Colorado und somit Sitz des Gouverneurs. Das Capitol ist ein imposantes Gebäude mit goldenem Dach, das schon von Ferne in der Sonne leuchtet.

Und Sonne gibt es viel in Colorado. Die Stadt liegt eine Meile über dem Meeresspiegel, die Luft ist hier sehr dünn, nicht jedermanns Sache. Das Wetter ist unberechenbar. Plötzlich schneit es und verhüllt die Rockys und das Tal, in dem Denver liegt, mit einer weißen Decke. Schon einen Tag später ist die weiße Pracht vollständig verschwunden, nur die Straßenoberfläche dampft noch. Denver ist eine gemütliche Stadt mit einem sauberen und schönen Innenstadtbereich. Zwischen 2000 und 2006 hat die Bevölkerung um 10,5 Prozent (von 2.179.320 auf 2.408.750) zugenommen. Und das nicht, weil die Einwohner so fruchtbar sind, sondern weil viele neue Leute hinzuzogen, darunter auch nicht unwesentlich viele Menschen mit, wir würden sagen „Migrationshintergrund“.

Die Wohnverhältnisse in den Gastfamilien sind äußerst komfortabel. Die Berliner Jugendlichen fühlen sich wohl und sind dankbar dafür, dass sich ihre vorübergehenden Mütter, Väter und Geschwister so viel Zeit für sie nehmen. An zwei Wochenenden, so ein Teilnehmer, haben seine Gasteltern mehr mit ihm unternommen als seine eigenen Eltern mit ihm das ganze Jahr.

Und zu sehen gibt es viel in Denvers Umgebung. So zum Beispiel ein Amphitheater Mitten in den Rockys. Seit 1962 besteht es und gleich zwei Jahre nach der Eröffnung schauten mal die Beatles bei ihrer ersten USA-Tournee vorbei.

Etwas früher als die Beatles, vermutlich viele Millionen Jahre, tapsten ganz andere Zeitgenossen durch Denvers Berge. Dinosaurierspuren sind in den Felsen zu bewundern. Damit man sie besser sieht, etwas nachgefärbt. Ohne Frage eine besondere Touristenattraktion. Belive it, or belive it not!

Auf dem Lookoutmountain, was für ein treffender Name, befindet sich das Grab eines ganz großen Sohnes der USA. William Frederick Cody, genannt Buffalo Bill. Im Nachbarstaat Kansas aufgewachsen, führte ihn der Goldrausch nach Colorado. Seine Wildwestschau, mit der er durchs Land und die Welt tourte, brachte ihn sogar bis in die Karlsruher Südstadt. Noch heute müssen sich die Einwohner mit dem Spitznamen „Südstadtindianer“ herumplagen. Buffalo Bill verdankt seinen Namen nicht etwa dem Umstand, dass er ein besonderer Tierschützer war, der sich um die Büffel verdient gemacht hat, sondern allein der Tatsache, dass er diese Tiere abknallte, wie sie ihm vor die Flinte liefen.

Hunderte, wenn nicht Tausenden von Büffeln und Bisons sollen es gewesen sein, denen Mr. Cody das Licht auslöschte. Nun liegt er in dünnster Luft oben auf einem Berg und kann keinen Schaden mehr anrichten. Für die Touristen ist der Lookoutmountain natürlich ein Muss, vornehmlich aber wegen der tollen Aussicht. Bei klarem Wetter kann man die Skyline von Denver sehen.

Eine andere Skyline ist noch beeindruckender als die von Denver. Das Terminal des Denver International Airports ist einmalig auf der Welt. Das Dach erinnert an jenes im Olympischen Dorf in München. Hier soll es die Rocky Mountains symbolisieren.

Dan Melfi, der Pressechef des DIA, begrüßte die Berliner Gruppe im Pressezentrum des Flughafens. Am 31. März wurde eine zweite Direktverbindung nach Deutschland eingeweiht, neben der von Frankfurt nun auch nach München. Natürlich, wohin denn sonst? Von Berlin ist keine Rede. Dan Melfi organisierte eine besondere Rundfahrt für die Kids aus Berlin auf dem Flughafengelände, die nicht alle Tage stattfindet.

Kreuz und quer über die Runways des Flughafens, dessen Grundfläche zweimal so groß ist wie der New Yorker Bezirk Manhattan. Vorbei an startenden und landenden Maschinen, ein Blick hinter die Kulissen des zehntgrößten Airports der Welt.

Bürgermeister von Denver ist John W. Hickenlooper. Anfang Mai stand seine Wiederwahl an. Er ist sehr beliebt und sein Gegenkandidat hatte wenig Chancen. Hickenlooper wird also für weitere Jahre der Stadt erhalten bleiben. Über den Besuch aus Berlin freut er sich immer. Klaus Wowereit hat der Gruppe diesmal einen Bildband von Berlin mitgegeben und die folgende Widmung, die nicht übersetzt werden muss, hineingeschrieben: „Dear Mayor Hickenlooper, for now 15 years the Committee for the Promotion of Youth Exchange CPYE organizes youth exchange projects between Berlin and Denver. Over the years hundreds of young Berliners have been visiting Denver. Thanks to great hospitality of the volunteer host families the young people from Berlin will always have place to stay.” Und sicherlich wird einmal der Tag kommen, da führt Mayor Hickenlooper der Weg nach Berlin und er wird alles live erleben, was er jetzt schon in dem Bildband anschauen kann. Klaus Wowereit wird seinem Amtskollegen gern das Berliner Rathaus zeigen. Vielleicht gelingt es uns eines Tages, Klaus Wowereit mal mit nach Denver zu nehmen.

Nur zwei Minuten vom Rathaus entfernt, befindet sich ein Gebäude. Über dem Eingang steht auf einem Schild „Café Berlin“. Und man muss nicht lange suchen, um drinnen waschechte Berlinerinnen zu finden.

Eine davon ist die Chefin Sandra. Seit 18 Jahren ist sie hier und bietet Wiener Schnitzel und Deutsches Bier an. „Conserve Colorado Water – Drink German Beer“, heißt es auf einem Schild am Eingang. Wer könnte sich dieser Aufforderung entziehen. Ja, natürlich die Jugendlichen, die alle unter 21 Jahren sind und somit weit entfernt von einer Bierbestellung. Zum Mittagessen im Café Berlin schaute auch der Honorarkonsul der Bundesrepublik, Dr. Bernhard-Jürgen Bleise vorbei und das Ehepaar Jim und Amy Hecht, das vor zwei Jahren Berlin besuchte und von CPYE betreut wurde. Warmer Apfelstrudel zum Nachtisch. Der Besuch im Cafè Berlin war zweifelsohne der kulinarische Höhepunkt der Reise.

Wer isst nicht gern einmal etwas Süßes? Die Betonung liegt auf etwas. Hier schneidet Nancy Brooks die Torte an, die es traditionell bei der Farewellparty gibt. Jede Gastfamilie ist namentlich erwähnt. Den größten Platz nimmt aber die amerikanische Flagge ein. Das ist der Konditorei nicht auszureden. Von dieser Torte reicht ein ganz kleines Stückchen, um den Zuckervorrat für die nächsten Tage eingenommen zu haben.

Neben den vielen ernsthaften Programmpunkten, ist das Shoppen in den USA das Freizeitvergnügen schlechthin. Vermutlich sind deshalb die Geschäfte fast ständig offen, natürlich auch am Sonntag, und auch an Feiertagen kann man ungehindert sein Geld ausgeben. Der Wal-Mart hat sich in Berlin ja bereits wieder verabschiedet, in den USA sind die fußballfeldgroßen Einkaufszentren fast an jeder Ecke zu finden. Alle meckern über den Wal-Mart, weil er seine Mitarbeiter ebenso schäbig behandelt wie bezahlt, aber die Schlangen an den Kassen sind lang.

Während man sich hierzulande gern darüber erregt, dass von 6 Kassen bei EDEKA wieder nur zwei geöffnet sind, bestehen diese Probleme in den USA nicht. Von 34 Kassen bei Super-Target sind 34 Kassen geöffnet. Sicherlich sind die Personalkosten für 34 Kassen so hoch wie bei uns für 6, aber, es sind eben alle offen.

Die USA sind nicht nur das Land des Shoppens, sondern auch des Fernsehen. In fast jedem Restaurant laufen mehrere Fernsehgeräte, meistens mit langweiligen Sportübertragungen. Aber auch Nachrichtensendungen laufen rund um die Uhr. Und wer in den Umfragen vorne liegt, ist natürlich der News-Leader. In Denver ist dies Channell 9News, eine Station von NBC. Bereitwillig öffneten die Fernsehleute ihr Studio und ließen die Berliner Jugendlichen an ihrer halbstündigen Mittagsshow teilhaben. Selbst das Privatfernsehen scheut sich bei uns (noch) davor, Nachrichtensendungen mit Werbung zu unterbrechen, in den USA ist das üblich. Gleichzeitig ist man stolz auf seine Unabhängigkeit. Und wenn niemand mehr wirbt, wie unabhängig ist der Sender dann. Das war schon spannend zuzusehen, wie so eine Nachrichtensendung abläuft. Eigentlich unspektakulär. Im Fernsehen sieht alles viel bunter und bewegter aus. Die drei Moderatoren bestreiten das Frühstücksfernsehen.

Ken Caryl ist, wie erwähnt, ein Vorort von Denver. Postalisch gehört Ken Caryl zu Littleton. Und dieser Name hat eine traurige Bekanntheit. Als die CPYE-Gruppe 1999 aus Colorado zurückkehrte und am nächsten Tag die Nachrichten hörte, traute man seinen Ohren nicht. In der Columbine-High-School richteten zwei Schüler ein Massaker an, das 12 Schülern und einem Lehrer das Leben kostete. Letztlich töteten sich die Täter selbst. Columbine wurde weltweit zum Synonym für einen bislang nicht gekannten Horror an einer Schule. Nachahmer fanden sich, bis hin zu Erfurt. Durch die Fenster des Gebäudes flüchteten an jenem 20. April 1999 Schüler und Lehrer, um dem Massaker zu entkommen. Jedes Jahr fanden seither Gedenkveranstaltungen statt, in diesem Jahr blieben die Schüler zu Hause, nur die Lehrer trafen sich in der Schule.

Jeder vernünftige Mensch hatte gehofft, dass Columbine ein Mahnmal bleibt, das nie übertroffen wird. Jetzt gibt es einen neuen Begriff für einen unfassbaren Vorgang, „Blacksburg“, mit mehr als doppelt so vielen Toten wie in Littleton. Keine Spontantat, sondern ausgeklügelt vorbereitet, mit Rücksicht auf das mediale Interesse. Zwei Menschen zu ermorden, dann Bekennervideos und Dokumente an einen Nachrichtensender bei der Post aufgeben, und anschließend mit dem Morden erst richtig zu beginnen, was muss im Kopf dieses jungen Mannes vorgegangen sein? Und dann von Regierungsstellen, bis hin zum Präsidenten, das Recht jedes Amerikaners auf Besitz einer Waffe erneut zu unterstreichen, ist der blanke Irrsinn. Wer so argumentiert, macht sich mitschuldig und gehört auf die Anklagebank.

Wir hatten in diesem Jahr erneut die Möglichkeit, mit unseren Jugendlichen die Columbine-High zu besuchen. Von 1999 ist kein Schüler mehr an dieser Schule, auch die meisten Lehrer sind weggegangen. Man kommt in ein Hochsicherheitsgebäude mit Metalldetektoren und sichtbarer Polizeipräsenz. Dennoch: eine ganz normale Schule? Die Kids toben rum und geben sich unbekümmert. Kaum jemand nimmt die Gedenktafel am Eingang der Bibliothek noch wahr, auf der die dreizehn Namen der Opfer vom 20. April 1999 stehen. Die Deutschklasse, in der die Schüler Namen wie Klaus tragen, freut sich über den Besuch aus Deutschland. Die meisten haben deutsche Wurzeln in ihren Familien. Man unterhält sich nett, isst süßen Kuchen und wünscht sich alles Gute. Wir sind schon vor der Tür des Klassenraums, da kommt ein Mädchen hinterher und verabschiedet sich von jedem Einzelnen mit einer Umarmung. Eine Schule mit 1.700 Schülern und 200 Mitarbeitern. Ein Riesenbetrieb. Eine Schule, die penibel sauber ist, keine Schmierereien, der Boden glänzt. Irgendwie sind wir froh, wieder draußen zu sein. Columbine High wird nie wieder eine ganz normale Schule sein. Der 20. April 1999 hat alles verändert. Und auch die Virginia Tech in Blacksburg wird nie wieder eine ganz normale Universität sein. Die jetzt geführten Diskussionen, wie man die Katastrophe hätte verhindern können, kommen zu spät. Vielleicht hätte Cho Seung-Hui irgendwer einmal in den Arm nehmen sollen.

Willkommen in New York

Seit Beginn der Jugendbegegnungsreisen in die USA ist es das Prinzip von CPYE, an den Beginn oder das Ende des Aufenthaltes in den Gastfamilien, einen Besuch in einer der großen Metropolen der USA zu stellen. Los Angeles war oft dabei, mehr noch San Francisco und gleichoft New York City, der Big Apple.

New York muss man gesehen haben, das meinen auch Florian (15) und Tobias (17), zwei Teilnehmer aus der CPYE-Gruppe 2007. Sie haben sich bei ihren Gastfamilien in Denver sehr wohl gefühlt und würden gern dorthin mal wieder zurückkehren. Ein weiteres Mal New York zu besuchen, kommt für die beiden nicht in Betracht. Man hat es einmal gesehen, besser, als immer nur im Fernsehen, das reicht aber auch.

New York wird von Touristen überrollt. Der günstige Dollarkurs bringt hier keinen Vorteil. Die Preisschraube dreht sich nach oben. Musste man für den Besuch der Aussichtsplattform des Empire State Buildings bei unserem ersten Aufenthalt 1985 noch 4,50 $ hinblättern, so liegt der Preis jetzt bei 18 $. Auch der Fahrpreis für die Fähre nach Liberty und Ellis Island hat sich mehr als verdoppelt. In einer keineswegs besonderen Kneipe am Madison Square Garden haben wir für ein dürftiges Essen und ein paar Getränke 90 $ auf den Tisch des Hauses gelegt. Da stimmt das Preis- Leistungsverhältnis nicht mal mehr annähernd. New York ist nicht nur eine völlig überfüllte Stadt, in deren Straßen die Autos mehr stehen als fahren, sie ist auch außergewöhnlich schmutzig.

Das Pennsylvania Hotel gegenüber dem Madison Square Garden, gehört zu den größten Hotels der Stadt. Hier stieg einst Glenn Miller ab und verewigte die Telefonnummer des Hotels in einem seiner berühmtesten Stücke: Pennsylvania 6 5000. Unter dieser Nummer ist das Hotel auch heute noch erreichbar. In den Zimmern scheint sich seit Glenn Miller nicht viel getan zu haben. Armaturen im Badezimmer, über die sich jedes historische Technikmuseum freuen würde. Verrostete Ablagen und Fenster, die sich nicht öffnen lassen. Durch die Fenster zieht der kalte Wind. Heizungen gibt es nicht, nur Klimaanlagen, die mit enormen Geräuschen entweder kalte oder warme Luft auspusten. Aber, dieses Hotel kann sich der kleine Mann gerade noch leisten. 79 $ die Nacht pro Person im Doppelzimmer ist für New Yorker Verhältnisse geradezu preiswert.

Den Süden Manhattans beherrscht nach wie vor ein großes Loch. Ground Zero. Die beiden Gebäude dahinter waren bis zum 11. September 2001 verdeckt durch die Türme des World Trade Center. Der U- und Fernbahnverkehr unter dem World Trade Center funktioniert bereits seit einigen Jahren wieder. Pläne, was an die freie Stelle soll, gibt es reichlich. Einer ist größenwahnsinniger als der andere. Noch höher, noch schöner, um der Welt noch deutlicher zu zeigen, wir sind die Größten, wir sind die Weltmacht, die alles kann, und sich vor allem alles leisten kann.

Zwischen den beiden Türmen des WTC stand diese Frieden verheißende Skulptur einer stilisierten Weltkugel. Auf sie fielen die Trümmer der beiden Türme am 11. September 2001. Stark beschädigt zwar, aber die Friedenskugel hat den Angriff überstanden und hat jetzt einen neuen Platz im Batterie Park gefunden. Könnte man nicht einfach auf Ground Zero Rasen pflanzen, eine große Grünfläche anlegen und Mitten darauf diese Weltkugel stellen? Wäre nicht dieses Maß an Bescheidenheit und Demut das, was die Welt faszinieren würde. Man könnte für die USA wieder Sympathien empfinden. Es reicht nicht, dass George W. Bush in allen Umfragen ganz weit unten angekommen ist. Die guten und anständigen Amerikaner müssen sich endlich durchsetzen. Der Wahlkampf für 2008 hat bereits begonnen. Nicht alle Kandidaten verheißen eine neue Weltmacht mit einem besseren Image.

Die USA sind ein Polizeistaat, und nirgends woanders wird das deutlicher als in New York. Schwer bewaffnete Polizisten überall. Ja, man ist sicher im touristischen Teil der Stadt, also Manhattan südlich des Central Parks.

In der Wall Street ist die New York Stock Exchange zu sehen, eine der wichtigsten Börsen der Welt. Die Zufahrten sind verstellt. Die Wall Street ist nur noch für besondere Fahrzeuge zugelassen. Die Geldader darf nicht getroffen werden. Bilder, als sei man im Krieg.

New York hat aber auch schöne Ecken. Zum Beispiel den Central Park. Dieser wird, anders als viele Straßen und die U-Bahnhöfe, sehr sauber gehalten. Die Lunge der Stadt. Hier lässt es sich gut ausruhen und spazieren gehen. Eine Oase inmitten eines Chaosszenarios. Wir regen uns in Berlin darüber auf, dass überall Schilder auf Straßenschäden hinweisen. Auf diese Schilder verzichtet man in New York. Die Straßenschäden sind so eklatant, dass jede Taxi- zur Achterbahnfahrt wird. Da dreht sich schon mal der Magen um. Wir sind aber auf gutem Wege, die New Yorker Verhältnisse einzuholen.

Auch eine Fahrt in der U-Bahn ist eine sichere Sache. Jedenfalls, so lange man die 80ste Straße in Manhattan nicht überfährt. Im Gegensatz zu den U-Bahnhöfen, Ein- und Ausgängen, sind die Züge selbst in recht ordentlichem Zustand. Das Zeitalter der Schmierereien hat man in den USA längst verlassen. Das Zerkratzen der Scheiben hingegen, ist dort wie hier nach wie vor äußerst beliebt.

Sieht man einmal von vielen nervenden Unzulänglichkeiten in New York ab, so ist unbestreitbar, dass Langeweile nicht aufkommen kann. Einfach ist es nicht, in das UN Gebäude zu kommen, aber es lohnt sich schon, dieses Gelände, diplomatisch gesehen außerhalb der USA, zu besichtigen.

In New York in keinen Filmdreh hineinzukommen, ist fast unmöglich. Überall wird irgendetwas aufgenommen. Hier findet eine Taxifahrt in einem Oldtimer statt. Die beiden Schauspieler auf der Rückbank des Taxis waren uns leider unbekannt. Sieht auch nicht so aus, als würde hier eine neue Folge von CSI-New York gedreht. Das Fernsehprogramm in den USA ist fast deckungsgleich mit unserem. Es gibt hier kein Format, das nicht in den USA erfunden wurde. „Wetten, dass…?“ bildet immer noch die Ausnahme. Ich dachte, dass das Quiztaxi wenigstens eine eigene Erfindung sei. Allerdings nur so lange, bis ich das Cash-Taxi sah, das natürlich in New York unterwegs ist. Der deutsche Moderator hat sogar den gleichen Kurzhaarschnitt wie sein amerikanischer Kollege. Nicht zu glauben. Die Werbeunterbrechungen halten sich bei uns ja noch einigermaßen in Gren-zen. In den USA sind die ständigen Breaks nicht zu ertragen. Aber, was würden wir machen ohne die vielen Serien aus den USA? Unser Fernsehprogramm sähe trostlos aus.

Wer es niemals gesehen hat, wird es nicht glauben. Die USA kann man mehrmals besuchen, für New York sollte einmal reichen. Aber dieses eine Mal sollte es sein. Allein schon deshalb, um sich dafür einzusetzen, dass so eine Stadt nie wieder gebaut wird. New York ist nicht Amerika, und das ist gut für Amerika. New York ist nur New York, ein Kunstgebilde, das niemand kopieren sollte. Wir sehen uns, vielleicht am Times Square…..
Ed Koch
(Vorsitzender a.D.)

Goodbye Amerika

Der Autor des vorstehenden Beitrages, Ed Koch, hat zwischen 1985 und 1992 für den Paper Press e.V. und seit 1992 für den CPYE e.V. 72 USA-Reiseprojekte organisatorisch vorbereitet. Darunter 34 Jugendbegegnungsreisen mit 352 Teilnehmer/innen und 38 Studienreisen für Erwachsene mit 417 Teilnehmerinnen. 1.288 Tage dauerten alle Reisen insgesamt. An 32 Reisen hat Koch selbst teilgenommen, darunter stand New York 25-mal auf dem Programm. Die Reisen führten von Nord nach Süd, von Ost nach West, und bis nach Hawaii. Die USA wurden viele Male durchquert und überflogen. Das spektakulärste Projekt fand 1992 statt. Zeitgleich starteten zwei Gruppen in New York und San Francisco. Sie trafen sich in der Mitte, in Marion, Kansas, wo gerade ein Jugendbegegnungsprojekt von CPYE lief. Die Gruppen tauschten die Mietwagen und fuhren weiter auf dem Weg Coast to Coast. Die Mietwagen landeten dort, wo sie herkamen, die Gruppen am jeweils anderen Ozean.

Nun hat Ed Koch Anfang des Jahres seinen Vorstandsposten beim CPYE e.V. an Andie Kraft abgegeben, womit auch sein Engagement für die USA-Reisen endet. Die oben beschriebene Reise war die letzte offizielle Reise in die USA. „Jetzt ist erst einmal für lange Zeit USA-Pause angesagt“, erklärt er und hofft, das die Freunde aus Colorado demnächst öfter den Weg nach Berlin finden. Nie wieder USA? Koch: „Vielleicht in ein paar Jahren mal wieder nach New York, aber nur Berlin-New York direkt, also nicht mit Lufthansa über Frankfurt.“ Warum New York? „Man muss doch sehen, ob der Wahnsinn dort weitergeht.“ Chris Landmann, der schon seit einigen Jahren bei der Vorbereitung der USA-Projekte mitarbeitet, hat den Geschäftsbereich beim CPYE e.V. jetzt vollständig übernommen. Neu im dreiköpfigen Vorstand ist Andie Kraft. Bernd Puhlmann feiert im nächsten Jahr sein 20-jähriges Jubiläum als Vorstandssprecher des CPYE e.V., d.h., er ist von Anfang an dabei.

U.S.A. Begenungsreise 2006

Am 7. April startete die Gruppe von Berlin aus zuerst nach San Francisco, wo sie vier Tage verbrachte. Obwohl der Wetterbericht für alle 4 Tage Regen vorausgesagt hatte, war es überwiegend sonnig. Bei einer Rundfahrt in der Bucht von San Francisco holten sich die Jugendlichen sogar sonnengebräunte rote Nasen.


Während in Berlin das Wetter kalt und regnerisch ist, verbringt die Berliner Gruppe zurzeit in Colorado sonnige und warme Osterferien. Von Heimweh keine Spur. Am Dienstagabend fand die Welcomeparty im Hause der Chefgastmutter Nancy Brooks statt. Ihr Sohn Zach hatte 1992 mit dem CPYE-Vorsitzenden Ed Koch das Begegnungsprojekt gegründet. Die Begeisterung der Gastfamilien, Jugendliche aus Berlin bei sich aufzunehmen, ist ungebrochen. Ein Gastvater lud die komplette Gruppe zu einem Baseballspiel ein. Die beiden CPYE-Projektleiter Regina Koerper und Andie Kraft bedankten sich in kurzen Reden für die Gastfreundschaft über die vielen Jahre hinweg.

Ed Koch überreichte Nancy Brooks und ihrem Mann Stephen einen handmade Berliner Bären, der im linken Arm den Funkturm hält. Gestaltet und hergstellt wurde die Skulptur - sozusagen die Alternative zum Buddy-Bären - von dem Tempelhofer Künstler Graf Dieter von Plettenberg. Drei weitere Bären sind im Gepäck von Ed Koch für den Bürgermeister von Denver, John Hickenlooper, den deutschen Honorarkonsul Dr. Bernhard Bleise und dem Cafe Berlin, das in Denver Downtown von einer Berlinerin betrieben wird. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit hat Ed Koch beauftragt, seinem Amtskollegen aus Denver herzliche Grüsse zu überbringen.

Das Programm der nächsten Tage ist voll mit Besichtigungen, vor allem aber Ausflügen in die Rocky Mountains, die sozusagen die Kulisse im Westen von Denver bilden. Eine überaus bemerkenswerte Kulisse. Am 23. April geht es zurück nach Berlin. Bis dahin aber: Sonne pur.

Auch wenn man selbst in den letzten 20 Jahren mehr als sechzigmal in beiden Richtungen den Weg über den Atlantik nach/von Amerika angetreten hat, gewöhnen oder gar Spaß am endlos langen Fliegen zu empfinden fällt schwer.

Zwischen acht und zwölf Stunden, je nachdem, ob New York, Denver oder Los Angeles das Ziel ist, in einem ungemütlichen Käfig sitzen, versorgt mit einer Nahrung, die oft ähnlich schmeckt wie die Verpackung aussieht, nein, da kommt wenig Freude auf, zumal, wenn man als einfacher Tourist und nicht in der First oder Business-Klasse unterwegs ist. Sicherheit ist ein hohes Gut beim Fliegen. Und da ist unsere Lufthansa wirklich vorbildlich. Dass allerdings erst kurz vor dem Abflug festgestellt wird, dass ein technisches Teilchen nicht einwandfrei funktioniert und deshalb eine zweistündige Verspätung erfolgt, die man auf dem engen Sessel im Flugzeug verbringen darf, ist nicht sehr professionell. Also: 12 statt 10 Stunden auf einem Stuhl verbringen, den man von Minute zu Minute mehr hasst. Warum kann man nicht so bequem sitzen, wie von Berlin nach Frankfurt? Der Platz auf der Langstrecke ist deutlich unbequemer.

Aber, warum meckern, für 8.000 km 10 Stunden, ist allemal besser, als die Reisen, die unsere Vorfahren machten, um ins gelobte Land zu kommen. Kein Land dieser Erde, in dem es so viele „deutschstämmige“ Menschen gibt wie in den USA. Und auch heute noch sind es jährlich Tausende, die ihr Glück in diesem Land suchen wollen. „Ah, sie kommen aus Deutschland“, lächelt der Verkäufer im Supermarkt, „und woher dort?“ „Berlin“. „Schön, ich war in Heidelberg stationiert.“ Wie viele Amerikaner waren eigentlich als Soldaten in Deutschland? Ich treffe bei jedem Besuch wieder einige, die eine „gute Zeit“ hier verbracht haben. Das muss sicherlich nach dem Krieg gewesen sein. Viel häufiger begegnet man jedoch Menschen, deren Familienname schon auf einen deutschen Ursprung schließen lässt. Meistens sind es die Groß- oder Urgroßeltern, die nach Amerika gingen, aber den folgenden Generationen vergessen haben, ihre Muttersprache beizubringen. Da sind unsere Türken doch viel Heimatbewusster.

Wenn wir uns in Deutschland über Zuwanderungsprobleme unterhalten, sind diese gemessen an denen der USA recht kleinlich. 12 Millionen Mexikaner, vielleicht auch mehr, leben legal, oft illegal in den Vereinigten Staaten. Eine Arbeitserlaubnis müssen sie nicht vorzeigen, nur auf einem Formular ankreuzen, dass sie eine haben. Und wer es schafft, zwei Jahre, ohne auffällig zu werden, in den USA zu überleben, der bekommt die Greencard geradezu geschenkt. Wir regen uns auf, dass Menschen mit „Migrationshintergrund“ – tolle Wortschöpfung, kein oder nur wenig Deutsch sprechen. Suchen Sie mal jemanden, der in den China Towns von San Francisco bis New York Englisch spricht. Und die Mexikaner? Spanisch ist doch Weltsprache. Spanisch-Kurse sind das Geschäft in den USA, schließlich will man ja seinem Gärtner oder seiner Putzfrau auch Anweisungen geben können, die diese verstehen. Sogar die amerikanische Nationalhymne wurde jetzt ins Spanische übersetzt. Na, wenn das keine gelungene Integrationspolitik ist. Wie klingt „Einigkeit und Recht und Freiheit“ eigentlich auf Türkisch?

Ein wenig Dankbarkeit

Deutschland wäre nicht da, wo es heute steht, ohne die USA. Die Welt um uns herum hätte Verständnis dafür gehabt, ja wäre vermutlich sehr beruhigt gewesen, wenn der Plan des amerikanischen Finanzministers Henry Morgenthau, den er im September 1944 vorstellte, Realität geworden wäre. Deutschland zerschlagen und zerstückelt, übrig geblieben wären zwei Agrarstaaten, tausche Weißbier aus Bayern gegen Spargel aus Brandenburg. Es kam anders, nicht nur, weil die Amerikaner so gute Menschen sind, sondern weil sie auch rechnen können. Deutschland wurde, der Westteil versteht sich, ein bedeutender Wirtschaftsstandort weltweit. Und dazu mit einer Demokratie, die heute zu den stabilsten und vom Wahlsystem her gerechtesten, ebenfalls weltweit zählt. Daran haben die Vereinigten Staaten einen großen Anteil, und dafür kann man hin und wieder auch ein wenig Dankbarkeit zeigen.

Vor allem wir Berliner, wobei sich diese Aussage lediglich auf die West-Berliner beziehen kann, können dankbar dafür sein, dass es einen Lucius Clay und zum Beispiel einen seiner Luftbrückenpiloten Gail Halvorsen gab, die die Stadt retteten, als sich die Sowjets entschlossen hatten, die Sache mit Berlin und Deutschland zu einem Ende zu bringen. Wer, wie der Autor dieses Beitrages, nicht nur in West-Berlin, sondern im Westsektorbezirk Schöneberg aufgewachsen ist, war ideologisch ohnehin ein halber Ami. Das hinderte einen nicht daran, kritisch mit seinen Freunden umzugehen, vor allem, wenn es um Kriege ging, die niemand auf der Welt brauchte, ob Vietnam oder Irak.

Gerade wenn man sich mit Gail Halvorsen, dem Candy-Piloten unterhält, der seine berühmten kleinen Fallschirme beim Landeanflug auf Tempelhof abwarf, spürt man, wie sich aus Feinden Freunde entwickelt haben. Was für eine Aufgabe war das, als er drei Jahre nach Kriegsende 1948 wieder nach Berlin, dem Zentrum des Bösen, fliegen sollte, um die von den Kommunisten eingeschlossenen West-Berliner mit Lebensmitteln zu versorgen? Hätte man diese Leute dieses Landes, das für millionenfachen Völkermord stand, nicht einfach krepieren lassen und den Russen zum Fraß vorwerfen sollen? Jeder weiß, wie die Geschichte ausging.

Ich beobachte die amerikanische Politik, gerade des jetzigen Präsidenten, mit großer Aufmerksamkeit und sehr kritisch, aber auch die Politik Irans, der Palästinenser und der Israelis. Das kann mich doch aber nicht davon abhalten, die USA als einen der wichtigsten Freunde unseres Landes zu sehen und für ein durch niemanden in Frage zu stellendes Existenzrecht Israels einzutreten.

Zukunft Jugend

Die Jugendlichen sind es, die die Freundschaft zwischen Deutschland und den USA mit Leben erfüllen müssen. Nach dem Wegfall der Berlin-Förderung und dem besonderen Bundesjugendplan Berlin, sind Förderprogramme für Jugendbegegnungen rar geworden. In Berlin hält man sich mit den Einnahmen aus dem Lottospiel über Wasser und fördert auch Jugendbegegnungsreisen in die USA. Von 1985 bis heute haben sich die Förderbeträge mehr als halbiert. Aber, immerhin, jeder Cent zählt. Dennoch sind die Reisen nicht gerade preiswert. Mit Jugendgruppen kann man nicht standby in die USA fliegen, da muss man ein Jahr vorher buchen, ohne zu diesem Zeitpunkt irgendeinen Teilnehmernamen zu haben. Und, diese Reisen finden in den Ferien, also der Hauptsaison statt. Da kostet schon mal ein Ticket Berlin-San Francisco-Denver-Berlin rund 660 Euro zuzüglich 260 Euro für alle möglichen Gebühren, die die Fluggesellschaften draufschlagen. Ich kann mich noch erinnern, für rund 1.000 DM in die USA geflogen zu sein, in DM gerechnet hat sich der Preis in etwa zehn Jahren fast verdoppelt.

16 junge und zwei junggebliebene Berliner traten in den Osterferien 2006 die Reise in die USA an. Nach einem viertägigen Stopp in San Francisco trafen sie in Denver, der Hauptstadt des US-Bundesstaates Colorado, ein und wurden von amerikanischen Gastfamilien herzlich begrüßt. Familien, die völlig uneigennützig, ohne finanzielle Gegenleistung, Berliner Jugendliche bei sich aufnehmen, weil sie Freude daran haben, Gäste aus dem fernen Deutschland beherbergen zu können. Sie feierten nicht nur das Osterfest mit ihnen, sondern verbrachten viel Zeit gemeinsam, um zu erfahren, wie junge Menschen ihr eigenes und ihr Gastland sehen.

4 Berliner Bären im Gepäck

Der Tempelhofer Künstler Graf Dietrich von Plettenberg kreierte eigens für die USA-Reise des ebenfalls in Tempelhof ansässigen Vereins CPYE Komitee zur Förderung von Jugendaustauschprojekten e.V. kleine rote Bärenskulpturen als Gastgeschenke, die im Gepäck die Reise gut überstanden.

Den ersten erhielt die wohl wichtigste Person des Jugendbegegnungsprojektes, Nancy Brooks, sozusagen die Chef-Gastmutter. Sie organisiert die Gastfamilien, und das nun schon zum fünfzehnten Male. Zustande gekommen ist die Partnerschaft, als 1991 ihr Sohn Zach in Kansas zur Schule ging und die Leute von CPYE kennen lernte, die zu dieser Zeit dort eine Jugendbegegnung durchführten. Er lud sie zu sich nach Colorado ein, und wie das so ist mit den Deutschen, wenn es ihnen gefällt, kommen sie immer wieder. Rechts neben Nancy Brooks ihr Mann Stephen, links der CPYE-Vorsitzende Ed Koch und die beiden Projektleiter Andie Kraft und Regina Körper.

Einen weiteren Bären übergab Ed Koch an den Bürgermeister von Denver, John W. Hickenlooper, der ihn zu einem kurzen Gespräch im Rathaus empfing. Bereits im letzten Jahr empfing der Bürgermeister die Berliner. Koch richtete herzliche Grüße von Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit aus. Hickenlooper bedankte sich mit einer Sportjacke für Wowereit, die Koch in den nächsten Tagen an den Regierenden Bürgermeister übergeben wird. Im letzten Jahr erhielt Wowereit eine Westernkrawatte. Wenn das so weitergeht, wird Klaus Wowereit von John Hickenlooper völlig neu eingekleidet.

Die letzten beiden Bären wechselten am vorletzten Tag ihre Besitzer, als die Gruppe das Café Berlin in der 14ten Straße in Denver besuchte. 1995 wurde es von Aki von Mende gegründet und ging später an die Berlinerinnen Sandra und Marlene über. Der Berliner Bär, auf dessen Schärpe Berlin-Denver steht, hat jetzt einen gut sichtbaren Platz im Restaurant eingenommen.

Mit dabei war ein „alter“ Freund der Berliner, Honorarkonsul und Rechtsanwalt Dr. Jürgen Bleise. Für ihn arbeitete vor einigen Jahren Zach Brooks, und so lernte man sich kennen. Als vor drei Jahren eine Teilnehmerin ihren Reisepass verlor, leistete der Konsul schnelle Hilfe. Zwei weitere Freunde (Fotomitte) leisteten den Berliner Gesellschaft: Amy und Jim Hecht, zwei Professoren aus Denver, denen CPYE im letzten Jahr Berlin zeigte, auf typisch amerikanische Art: All you can see in 3 days! Und das war eine Menge.

Die Zeit in den USA verbrachte die Gruppe jedoch nicht nur damit, Berliner Bären zu überreichen. Das Programm war randvoll. Zu den Höhepunkten gehörte der Besuch des Flughafens von Denver, den Dan Melfi (Foto rechts) organisierte. (links von ihm CPYE-Projektleiter Andie Kraft und Teilnehmer Konstantin Müller). Die Grundfläche beträgt 1.376 qkm und ist damit größer als die von Berlin (889 qkm). Nach Passagieraufkommen ist Denver der zehntgrößte der Welt und nach Flugaufkommen sogar der fünftgrößte. 30.000 Menschen arbeiten hier. Dan Melfi fuhr mit den Jugendlichen kreuz und quer über das riesige Gelände, Vorfahrt hatten jedoch immer die Flugzeuge. Denver ist der einzige Flughafen der Welt, der eine Verbindungsbrücke von zwei Terminals hat, unter der Flugzeuge entlang fahren können. Der Airport verfügt überdies über eine eigene Ölquelle.

Zum Wahrzeichen von Denver ist inzwischen der Hauptteil des 1995 eröffneten Flughafens, der Jeppesen Terminal mit seinem den Rocky Mountains nachempfunden Dach geworden. Denvers Airport ist wirklich einer der schönsten der Welt, großzügig angelegt, übersichtlich, die Terminals verbunden mit einem U-Bahnsystem, einfach vorbildlich. Da macht Fliegen Spaß, jedenfalls so lange, bis man wieder auf den unbequemen Sesseln von Lufthansa sitzt. Dan Melfi haben die CPYE-Leute auf der ITB in Berlin kennen gelernt. Und wenn alles klappt, wird die Gruppe von 2007 im nächsten Jahr den Flughafen nicht nur bei der An- und Abreise, sondern auch zwischendurch sehen.

Das Coors-Field ist dem Baseball gewidmet. Alfred Coors kam einst aus Deutschland in die USA und braut seitdem in dritter Generation dort Bier. Unweit von Denver, in Golden, befindet sich die Brauerei, weltweit eine der größten. Die einzige Frage, die man sich stellen muss, ist, wenn Mr. Coors schon aus Deutschland stammt, warum macht er dann kein vernünftiges Bier? Die Gasteltern schenkten den Jugendlichen aus Berlin Karten für ein Spiel der Denver Rockies gegen die San Diego Padres. Baseball glänzt nicht gerade durch übermäßige Action, aber so ein Spiel einmal gesehen zu haben, ist beeindruckend.

Zu den inhaltlich interessantesten Programmpunkten gehörte ein Gespräch mit der Direktorin des Mayor's Office for Education and Children, Maria Guajardo Lucero, unter anderem über die Schulsysteme in den USA und Deutschland. Auf der Rückseite ihrer Visitenkarte steht in Englisch und Spanisch, frei übersetzt: „Die Aufgabe des Büros für Erziehung/Bildung ist es, die Entwicklung und Erziehung/Bildung der Kinder, Jugendlichen und Familien von Denver zu stärken und zu verbessern.“ An solchen Leitsätzen arbeiten unsere Jugendämter jahrelang, und sie passen letztlich dann nicht auf die Rückseite einer Visitenkarte.

Denver ist eine schöne Stadt, die Vororte gepflegt und in eine wunderschöne Landschaft eingebettet. Die zahlreichen Ausflüge, die die Jugendlichen in die Rocky Mountains machten, zeigten skurrile Gebilde aus rotem Stein, die sich in Jahrmillionen gebildet haben. Sogar Fußabdrücke von Dinosaurier können besichtigt werden. Die Amerikaner haben es gern bequem, deshalb führen breite Straßen überall entlang, bloß keine großen Fußwege. Bürgersteige gibt es wohl, nur Fußgänger sucht man vergeblich. So bequem die Straßen sind, so schlecht sind sie ausgeschildert. Meist entdeckt man erst auf gleicher Höhe ein Hinweisschild, dass man hier hätte abbiegen müssen. U-Turns sind an der Tagesordnung. Wir haben noch gar nicht über das Shoppen gesprochen. Ja, auch dieser Programmpunkt darf in den USA nicht fehlen. Man hat oft den Eindruck, als kämen wir aus einem völlig unterentwickelten Land, wenn man sieht, was die Kids so alles einkaufen. Shoppingmalls so groß wie Fußballfelder laden zum Einkaufen und Verweilen ein. So toll unser neues Schlossstraßencenter am Rathaus Steglitz auch ist, in den USA reicht es gerade Mal für die Eingangshalle aus. Die Dimensionen sind halt andere, aber auch nur im Mutterland der USA. In New York sind Shoppingmalls in der beschriebenen Größenordnung auch nicht zu finden.

Jeder Tourist ein
potenzieller Terrorist?

Die Einreiseprozedur in die USA erinnert alte Westberliner sehr stark an ihre Besuche in Ostberlin oder der DDR. Zwar benötigt man kein Visum, aber Formulare mit vielen Fragen müssen ausgefüllt werden. Nach langem Flug dann bis zu einer Stunde Wartezeit, ehe der Einwanderungsbeamte viele Fragen stellt, warum, wieso, weshalb. Touristen sind grundsätzlich erst einmal verdächtig. Und wenn junge Leute nicht gleich alle Fragen zur Zufriedenheit beantworten können, werden sie zu einem zweiten Schalter geschickt, wo noch eine intensivere Befragung erfolgt. Das war immer so, auch schon vor dem 11. September 2001. Bei der Ein- und Ausreise werden die Fingerabdrücke genommen und ein Foto gemacht. Verständnis? Eigentlich schon. Bleibt zu hoffen, dass die Vorsichtsmaßnahmen wirklich weitere Anschläge verhindern.

und 2007?

Ja natürlich, dann findet die 36ste Reise von CPYE in die USA statt, natürlich wieder zu Ostern und wieder nach Denver, zum 16ten Male. Zusätzlich steht New York auf dem Programm: Termin: 31. März bis 15. April 2007. Nähere Informationen unter Telefon: 701 786 40. Für Jugendliche ab 14.


Ed Koch

Rocktreff

Der diesjährige Tempelhofer Rocktreff war eine Sensation.

Wir danken allen Beteiligten für das gute Gelingen und freuen uns auf den 25. Rocktreff 2008!

Als eingetragener gemeinnütziger Verein unterstützen wir den Rocktreff.

Mehr Infos unter Archiv und natürlich www.rocktreff.de .